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 Geschichte






Der Autorenkreis der Bundesrepublik wurde 1992 durch den Schriftsteller Sigmar Schollak gegründet, der fünf Jahre den Vorsitz innehatte. 1997 wählte der Kreis den Schriftsteller Joachim Walther zu seinem Vorsitzenden, im Frühjahr 2001 die Schriftstellerin Ines Geipel und seit April 2005 steht Dr. Jörg Sader an der Spitze des Kreises.

Sigmar Schollak
Sigmar Schollak
Vorsitz 1992 bis 1997

Joachim Walther
Joachim Walther
Vorsitz 1997 bis 2001

Ines Geipel
Ines Geipel
Vorsitz 2001 bis 2005

Jörg Sader
Jörg Sader
Vorsitz seit 2005

   

Dem Kreis, der sich als Freundeskreis versteht, gehören vor allem Schriftsteller an, aber auch Maler, Komponisten, Übersetzer, Publizisten, Kritiker, Literaturwissenschaftler und Historiker
(s. Mitgliederliste). Mario Vargas Llosa und Ralph Giordano sind Assoziierte Mitglieder des Kreises.
Zuwahlen sind nur auf Empfehlung und bei Akzeptanz der verbindlichen Grundsätze möglich. In selbstgewählter Beschränkung umfasst der Kreis etwa 60 Mitglieder, eine wesentliche Erweiterung ist nicht vorgesehen. 1996 wurde der »Verein des Autorenkreises« gegründet, der den Status der Gemeinnützigkeit besitzt.
Zweimal im Jahr finden presseöffentliche Tagungen statt. Bisherige Tagungsthemen waren unter anderen: »Ein Schritt vorwärts – zwei Schritte zurück? Dilemmata der wehrhaften Demokratie«, »Exilanten, Dissidenten und der deutsche Pragmatismus«, »Einstellungen – Einübungen, Demokratie in Deutschland«, »Der deutsche Jude: ein Widerspruch noch immer?«, »Demokratie: Realität, Idee oder Ideal?«, »Lokaler Text – Globaler Kontext« und »Ethos jenseits von Links und Rechts«, »Deutschland – eine Kulturnation?«.
Höhepunkte öffentlicher Lesungen und Debatten waren bisher: »Empfindlichkeiten in Deutschland, Empfindlichkeiten der Deutschen«, »Die deutsche Literatur zwischen politischer Anfechtung und poetischer Autonomie«, »Exilanten, Dissidenten und deutscher Pragmatismus«, »DDR-Schriftsteller und Staatssicherheit«, »Hoftaller versus Tallhover«, »Die Banalisierung des Kulturbegriffs« oder »Hans Sahl, Brecht und die Volksfront«. Eine weitere Aufgabe sieht der Kreis in der Verbreitung zeitgenössischer Literatur durch öffentliche Lesungen, Streitgespräche und Diskussionen in Universitäten, Gymnasien, Buchhandlungen, Bibliotheken und Literaturhäusern. Außerdem in öffentlichen Einmischungen, Resolutionen oder Protesten zu brisanten gesellschafts- und kulturpolitischen Themen.
Der Autorenkreis vergibt jährlich den Hans-Sahl-Preis, der bis 1999 von der Kultur-Stiftung der DEUTSCHEN BANK mit 20.000 DM dotiert war. Im Sinne des 1933 emigrierten Namensgebers waren die bisherigen Preisträger Hans Joachim Schädlich (1995), Günter Kunert (1996), Anja Lundholm (1997), Edgar Hilsenrath (1998) und posthum Jürgen Fuchs (1999), Henryk Bereska (2000), Reiner Kunze (2001), Imre Kertész (2002) und Vaclav Havel (2003).

Reiner Kunze 2001
Hans-Sahl-Preis 2001 an Reiner Kunze                        Foto: L. Deus

Mit der neuen Führung des Kreises seit Frühjahr 2001 unterliegt die Arbeit des Kreises einem Umstrukturierungsprozess: Zum einen entschieden sich die Mitglieder für eine zunehmende Konzentration auf den Prozess des Schreibens. Das wird sichtbar durch die mehrteiligen Veranstaltungsreihen, die der Kreis seitdem mit unterschiedlicher Thematik ausrichtet oder durch bundesweite Projekten wie dem 4. Autorinnen-Forum 2002 in Rheinsberg oder Lesereihen für unsere Autoren. Einmal jährlich findet innerhalb des Kreises eine Preislesung statt, die die aktuelle Textproduktion innerhalb des Kreises öffentlich macht.
Zum anderen konzentriert der Kreis seine politische Aktivität auf die kritische Begleitung des Demokratisierungsprozesses in Ostdeutschland wie die zunehmende Ausrichtung seiner Arbeit auf die Neuinitiierung europäischer Kulturprozesse. Dass dabei die Intensivierung der Kontakte zur osteuropäischen Kultur und Literatur im Vordergrund stehen, versteht sich aus der Tradition des Kreises.

Seit Gründung des Kreises haben das Bildungswerk Berlin der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Senat von Berlin die Aktivitäten des Autorenkreises finanziell und organisatorisch unterstützt.