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 Bio-bibliographische Angaben





1945 in Erfurt geboren. Nach einer Plakatmalerlehre in der Erfurter Redaktion
         des »Thüringer Tageblattes« tätig.
1967 über Umwege (Desertion und Haft) in die Bundesrepublik Deutschland.
         Abitur, Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie,
         in Frankfurt am Main und Paris. Staatsexamen, Promotion. Übersetzer,
         Französischlehrer und Antiquariatsbuchhändler.
Seit 1994 Trainingsseminare für Rhetorik und Kommunikation, Poetik-Workshops.
1997 bis 2002 Lehrbeauftragter für Neuere Deutsche Literatur an der
         Goethe-Universität Frankfurt am Main.
2003 Dritter Platz bei der Wettbewerbslesung »Neue Deutsche Prosa« des
         Autorenkreises in Cadenabbia / Italien.
2004 Ernst-Jünger-Stipendium des Landes Baden-Württemberg.

Bild von Dr. Jörg Sader
Dr. Jörg Sader

Veröffentlichungen: »Im Bauche des Leviathan. Tagebuch und Maskerade. Anmerkungen zu Ernst Jüngers Strahlungen 1939–1948« (Würzburg 1996); »Überschreitungen. Dialoge zwischen Literatur– und Theaterwissenschaft, Architektur und Bildender Kunst. Festschrift für Leonhard M. Fiedler« (herausgegeben mit Anette Wörner; Würzburg 2002).
Aufsätze und Rezensionen zur Literatur und Bildenden Kunst in Ausstellungskatalogen, Tagespresse und www.literaturkritik.de


Adresse: Rödelheimer Parkweg 22 · 60489 Frankfurt am Main · Telefon 069/78 23 49

eMail-Adresse: dr.sader@arcor.de


 Das Zitat




Die Worte

Andächtig betrachtet T. das Photo, das den berühmten Schriftsteller bei der Arbeit zeigt. Er sitzt, Bögen weißen Papiers auf den Knien, vor üppigen Büschen und schreibt mit großer, klarer Schrift. Alles hat seine Ordnung, stellt T. befriedigt fest. Das ganz und gar Selbstverständliche seiner Arbeit unter den Bäumen, die lockere, bequeme Kleidung des Mannes, die Farben der Natur, die ihn umgibt, und natürlich das Versunkene, doch hoch Konzentrierte seines Gesichtsausdrucks …
Freiheit, flüstert T. mit trockener Stimme. Während dort ein Buch entsteht, das große Beachtung finden wird, sitzt er über der Zeitung und erfährt von den Dingen aus zweiter Hand.
Mehr jedoch als das Werk, an dessen Bedeutung er keinen Augenblick zweifelt, faszinieren T. die alten, Schatten spendenden Bäume, unter denen der Schriftsteller schreibt. Soufflieren sie ihm nicht die Worte? T. ist, als vernehme er sie deutlich. Wunderbare Worte! Nie hat der Schriftsteller etwas anderes getan als zu schreiben. Dieser Mut, seufzt T., welch ein unerhörtes Geschenk!


(»Aus den T.-Blättern«; unveröffentlicht)